Über uns

Wo soll’s denn hingehen?“
- Ein Satz, der im Moment wohl jedem in den Sinn kommt, wenn er an Griechenland denkt. Die Situation hier ist vielen aus den Medien bekannt, und wenn das Land früher mit Sonne, Strand und Meer in Verbindung gebracht worden ist, mit Urlaub und relaxter mediterraner Lebensweise, so ist nun wohl eher von Chaos und Drama und Tragödie (alles griechische Worte) die Rede.
Aber das müssen die Banken und die Politiker klären.

Wo soll’s denn hingehen?“
kann ich glücklicherweise vermehrt wieder Seeleute fragen, die mit ihren Schiffen in den Häfen von Piräus liegen. Nach einem fast dreijährigen Arbeitskampf im Containerhafen ist wieder Ruhe eingekehrt, und Piräus entwickelt sich zum wichtigen Knotenpunkt zwischen Asien und dem östlichen Mittelmeer. Viele Schiffe unter deutscher Flagge und mit deutschen Seeleuten laufen den Hafen wieder an, und durch den bereits begonnenen Ausbau einer neuen Containerpier erwarten wir in den nächsten Jahren einen weiteren Anstieg der Schiffsanläufe. Das bringt für die kleine Station, übrigens die einzige Seemannsmission in ganz Griechenland, viel Arbeit mit sich, die wir hier aber auch gerne machen.

Was bieten wir für Seeleute:
Besuch und Betreuung von Seeleuten und deren Angehörigen an Bord der Schiffe in den Häfen von Piräus und Drumherum.
Besuche im Krankenhaus, Gefängnis und externen Unterbringungen.
Möglichkeiten zur Kommunikation mit der Familie durch Internet und Telefon.
Umfangreiches Informationsmaterial über Land und Leute • und ganz viele Nachrichten und Zeitungen von Zuhause.
Einkaufsfahrten in die Stadt oder zum nächsten Supermarkt. Berüchtigt sind meine Sightseeing Touren (an dieser Stelle meine Entschuldigung an all die Seeleute, die ich in sommerlicher Hitze durch die Anhäufung von alten Steinen geschleppt habe) und die Fahrten mit lebhaften Gesprächen (das Auto ist immer noch heil! Wird aber durch ein neues und größeres mit Hilfe der ITF ersetzt).

In den letzten Jahren haben wir uns, aufgrund der wirtschaftlichen Situation in der Seeschifffahrt, vermehrt intensiv um Besatzungsmitglieder aufgelegter und aufgegebener Schiffe gekümmert. Auch die Home Mission in der 6. Etage der Botasi Straße lässt sich vorzeigen und so manch einer hat den Sonnenuntergang auf der Dachterrasse genossen und wirklich entspannen können. Wer auch den Sonnenaufgang bewundern will, kann bei uns im Dachappartement übernachten. Wir besorgen fast alles. Vom Nähzeug über Babykleidung bis hin zum Laptop oder Ouzo und Oliven. Bei kniffligen Dingen helfen die Frauen der deutschsprachigen Frauengruppe mit – wie sie auch alle Weihnachtspäckchen (ca. 350 jedes Jahr) für die Seeleute packen. Bei all den vielen Dingen die wir für und mit Seeleuten und deren Angehörigen machen, steht das Gespräch aber im Mittelpunkt unserer Arbeit. Gespräche, die direkt stattfinden, oder über Telefon, oder über Internet – die moderne Technik macht heute Vieles möglich. So können Entfernungen leicht überwunden und Kontakte jahrelang auch per Email gehalten werden.
Wir sind hier nicht viele (eine Hauptamtliche und zwei zeitlich eingeschränkte ehrenamtliche Mitarbeiter), aber wir machen viel.
Wir reden nicht nur, wir tun auch was - obwohl wir auch gerne viel reden.
Wir schreiben nicht gerne viel - aber wir schreiben gerne Seeleuten; die überall auf der Welt unterwegs sind.
Wir kommen gerne an Bord, haben sie aber auch gerne bei uns.
Wo soll’s denn hingehen?“
Mal zur Seemannsmission nach Piräus! Reinhild Dehning



 Unser Leitbild

"Seemannsmission beginnt mit der Entdeckung, dass Menschen an Bord von Schiffen leben und arbeiten." Die Unterstützung der gottgegebenen Würde der Seeleute - support of seafarer's dignity - ist Leitbild und Herausforderung der Deutschen Seemannsmission. Für die Würde der Seeleute treten wir ein. Unsere über einhundertjährige Geschichte war und ist durch das Gebot der christlichen Nächstenliebe geprägt. Mehr als 700 Frauen und Männer arbeiten weltweit haupt- und ehrenamtlich für die Deutsche Seemannsmission. Sie setzen sich mit ihrer Persönlichkeit, durch ihr Wirken und ihren Glauben für ein menschenwürdiges Leben von Seeleuten ein. Dieser Einsatz ist unsere Mission. In ihr stellen wir uns den Herausforderungen unserer Zeit und den Veränderungen in der Schifffahrt täglich neu. Eigenverantwortung und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit, getragen durch einen gemeinsamen diakonischen Geist, sind die Stützpfeiler der Arbeit der Seemannsmission.
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Ortskomitee

Das Ortskomitee der Seemannsmission in Piraeus besteht aus fünf natürlichen Personen, jeweils einem Vertreter der Botschaft und der evangelischen Kirchengemeinde und dem Stelleninhaber.
Es dient zur Unterstützung des jeweiligen Mitarbeiters der Seemannsmission bei der Arbeit vor Ort.

Mitglieder sind:

Georg Besi (Vorsitzender)
Dimitis Swikers
Fritz Kämmerreit
Ursula Dosio
Rosemarie Lutz